Vereinsgeschichte

Zusammengestellt von Franz-Josef Egelkamp

Dass es mir relativ leicht fällt, die Geschichte unseres Vereins nochmal darzustellen, hängt mit meinem Vorgänger als Vorsitzender zusammen.

Der frühere Vorsitzende, Georg Grondmann, hat ein Buch über den Flugplatz herausgebracht, das anlässlich des 30 jährigen Bestehens des Vereins im Mai 1992 veröffentlicht wurde. Er betitelte das Buch: „Aus der Oede des Kanonenkönigs“. Mit dem Titel konnte ich zunächst nichts anfangen. Wenn man dann weiterliest, erfährt man, dass der Name Clausheide, mit dem Buchstaben „C„ beginnend, sich auf den Sohn des Industriellen Alfried Krupp von Bohlen und Halbach bezieht. Der Sohn hieß „Claus von Bohlen und Halbach“ und der Vorname schrieb sich mit „C“. Also der Vater Alfried nannte das Gut, dass er hier 1914 erwarb, Clausheide.

Neben dem Gut Clausheide wächst die Siedlung Clausheide heran. 1928 erhält Clausheide die politische Selbständigkeit und im Jahr 1937 ändert sich die Schreibweise des Ortes. Aus dem „C“ wird nun ein „K„. Klausheide schreibt sich nun mit „K“.

In dem Buch zum 30 jährigen Bestehen des Vereins von Georg Grondmann schreiben die beiden Ehrenvorsitzenden Hermann Knue und der Fürst zu Bentheim und Steinfurt in einem Geleitwort etwas über die Geschichte der Luftfahrt hier am Platz in Klausheide. So hat die Fliegerei schon seit ca. 1927 in Klausheide Fuß gefasst. Aus dem Buch ergibt sich, dass im Jahr 1933 bereits 4 Luftsportvereine in Klausheide beheimatet waren.

Der Lingener Autorennfahrer Bernd Rosemeyer benutzte bei Heimatbesuchen mit seiner Bücker „Jungmann“ den Platz in Klausheide.

In den Kriegsjahren wurde der Flugplatz von der Luftwaffe genutzt.

Bereits 1949 traffen sich Lingener und Nordhorner Flieger und beschäftigen sich mit der Gründung eines Fliegerclubs. 1951, nach Aufhebung des Segelflugverbots durch die Alliierten, gründeten im Juni 1951 Nordhorner und Lingener Segelflieger den Verein Luftsportring Grenzland e.V. Im August 1956 führte der Pilot Gerrit Büssis erstmals nach dem Kriege wieder Rundflüge in Klausheide durch.

Auf der Seite 36 des Buches von Georg Grondmann wird dann die Gründung des Vereins für Motorflug am 31.3.1962 beschrieben. Hier wird S. D. Christian Fürst zu Bentheim und Steinfurt auf Grund seiner Verdienste um die Belange des Luftsports vom Verein auf Lebenszeit zum Ehrenvorsitzenden gewählt. 20 Mitglieder waren auf der Gründungsversammlung erschienen. Zum ersten Vorsitzenden wurde Dr. Deilmann gewählt, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen-Betriebs GmbH war. Zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden gewählt:

Baron van der Heyden ( NL )

Dr. Beckmann, Nordhorn

Bernhard Merswolke, Lingen

Hans Altendeitering, Lingen

Geschäftsführer wurde Hermann Knue, Lingen und Kassierer wurde Heinrich Dierkes, Lingen. Gleich ein tragisches Ereignis: Bereits einen Tag nach der Gründung stürzte das Vereinsmitglied Hermann Krummen tödlich ab. Im Juli 1962 erhält der Verein die Erlaubnis zur Ausbildung von Privatflugzeugführern. Gerrit Büssis wird Ausbildungsleiter. Um neue Mitglieder zu gewinnen, ist die Flugschule auch heute wichtiger Bestandteil des Vereins.
Seit dem 1.1.1963 läuft ein 30 jähriger Pachtvertrag zwischen der Flughafen-Betriebsgesellschaft und der Landesforstverwaltung. Hier bleibt zu hoffen, dass die Verträge auch in Zukunft zu annehmbaren Preisen weitergeführt werden können, denn die private Luftfahrt hat enorme Kosten zu schultern, so auch dieser Verein. Als Mehrheitsgesellschafter bewilligte der Rat der Stadt Nordhorn im Jahr 1966 wichtige Ausbaumaßnahmen wie:

Errichtung eines neuen Flugleitergebäudes

Vergrößerung der Landebahn

Errichtung einer Nachtflugbefeuerung

All diese Dinge sind auch heute noch wichtig, um einen Flugbetreib zu gewährleisten, der auch für die gewerbliche Wirtschaft von Interesse ist.

Die weitere Geschichte des Vereins ist gekennzeichnet durch verschiedenste Flugtage, die durchgeführt wurden, durch Flüge, auch ins Ausland, aber auch durch tragische Begebenheiten, wie Todesfälle durch Abstürze mit den Flugzeugen.

Nun einige Namen, die mit der jüngeren Geschichte des Vereins verbunden sind und die den heutigen Piloten, die dem Verein noch nicht so lange angehören, auch bekannt sein dürften:

Im Jahr 1980 wird Gert Eggengoor neuer Flugleiter.

Neuer Leiter unserer Flugschule wird im Jahr 1981 Hubert Ossege, der für seine 30 Jahre Leiter der Flugschule in 2011 die goldene Ehrennadel des Deutschen Aeroclubs verliehen bekam.

Nachfolger wurde Jan Heijblom.

Heutiger Leiter der Flugschule ist seit 2018 Burkhard Kerstiens aus Nordhorn.

Georg Grondmann, der die 30jährige Geschichte des Vereins in dem bereits mehrfach genannten Buch beschreibt, wurde am 6.7.1990 zum Vorsitzenden gewählt. Aufgrund einer schweren Erkrankung von Georg Grondmann trat ich, Franz-Josef Egelkamp, am 10. Dezember 2002 seine Nachfolge an.

Otto Hofmann erhält im Jahr 2007 für seine Verdienste als stellv. Vorsitzender und für die Instandhaltung der Flugzeuge die Ehrenmitgliedschaft im Verein.

Hans Anbergen wurde im Jahr 2011 als unser stellvertretender Vorsitzende und langjähriger Geschäftsführer für seine Verdienste um den Verein die silberne Ehrennadel des Deutschen Aeroclubs verliehen.

Nun möchte ich noch ein paar Anmerkungen zu unseren Flugzeugen machen:
Der Verein hat heute als Flugzeuge drei Piper, davon eine Maschine mit einem Dieselmotor. Eine zweisitzige Cessna wird als zweites Muster für den Flugschulbetrieb eingesetzt. Die Maschinen konnten auf Super Plus Treibstoff umgestellt werden und lassen sich dadurch kostengünstiger fliegen (pro Flugstunde ca. 50 Euro weniger Treibstoffkosten).

Flugsport sollte nicht nur etwas für Millionäre sein, sondern auch dem „Normalverdiener“ möglich bleiben. Es ist wichtig, dass nicht immer größere Hürden durch die nationalen Luftfahrtbehörden und die Luftfahrtbehörden auf europäischer Ebene aufgebaut werden. Z. B.: Einzäunung des ganzen Flugplatzgeländes, was schon mal im Gespräch war und hoffentlich nicht wieder wird.

Ich möchte Ihnen noch ein paar Beispiele geben, welche Zeitersparnisse und damit wirtschaftliche Vorteile sich durch die Fliegerei, auch für Unternehmen hier aus der Region, ergeben, wenn ein eigenes Flugzeug oder Vereinsflugzeug genutzt werden kann.

In meinem Flugbuch sind z. B. Flüge nach Dänemark vermerkt. Die Flugzeit mit dem eigenen Flugzeug betrug 1,5 Std. Lt. Routenplaner benötigt man mit dem PKW mind. 6 Std. – ohne Stau! Ein Flug von Wien nach Nordhorn dauert ca. 4,5 Std. Mit dem PKW benötigt man ca. 11 Std. Von Nordhorn nach London fliegt man in ca. 2.5 Std.

Dies sind nur einige wenige Beispiele dafür, dass die Fliegerei auch für Unternehmen wirtschaftlich positiv ist und der Erhalt des Flugplatzes hier in Klausheide für die private und die gewerbliche Fliegerei wichtig bleibt.

Gez. Franz Josef Egelkamp, im November 2016